Kritik: Schleudern! Ein Abend Im Feinripp

Österreich

Eine Socke bringt den Wiener Pepi Hopf ins "schleudern!". Oberösterreich Premiere.

Linz. Jetzt wird abgerechnet! Karl, vom Internet-Händler um die neue Waschmaschine geprellt, geht im Waschsalon eine Socke verloren. Das reicht, Karl nimmt die drei weiteren Kunden als Geiseln. Wer, verdammt, hat meine Socke gestohlen? Oberösterreich Premiere von "schleudern!" war am Dienstag im Posthof. Pepi Hopf haucht diesem Wiener Stadtneurotiker mit intensivem Spiel Leben ein, macht seine Wut begreiflich. Gerechtigikeit? Ha, gibt's nicht! Bitte, Hansi Hinterseer wird heuer 54, mit diesem Alter war Frank Zappa schon zwei Jahre tot.

Anarchie? Man lächelt grimmig über Hopfs humoristische Treffer gegen böse Zeitgenossen. Da ist der Wiener ÖVP-Berzirksobmann ("Hundstrümmerl-Figl"), eine näselnde Altherren-Gestalt. Zweitens der Pornofilmer mit genialen Unternehmensideen (Leasing-Betriebsräte - werden den Chefs nicht lästig!). Schließlich der feinsinnige Komiker, der ernsthaft Qualitäts-TV im ORF fordert.

Ein kaberettistischer Höhepunkt? Mehr anarchistische Spiellust samt beinharter Selbstironie, und Hopf befände sich in der Kleinkunst-Meisterklasse. Dennoch, ein köstlicher Abend.

Christian Pichler

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