Kritik: Gib Dir Dein Leben Zurück

Münchner Tageszeitung

Der österreichische Kabarettist Pepi Hopf fordert: »Gib Dir Dein Leben zurück!«

Es geht erfolgreich weiter: Das Hinterhof-Theater-Festival „Jenseits der Scherzgrenze“, in dem junges Kabarett aus Österreich vorgestellt wird. Jetzt ist der Solo-Mann Pepi Hopf dran. „Gib Dir Dein Leben zurück!“ heißt seine Persiflage auf die heile Werbungswelt, wie wir sie zumindest aus dem Fernsehen kennen. Sie beeinflusst uns mehr, als wir es wahr haben wollen. Eigentlich ist der Selbstdarsteller Pepi Hopf alias Christian Dvorak nur ein schlichter Praktikant und arbeitet sich hoch zum Werbechef Chicko, der mit seinen austriakischen Anglizismen das Publikum und vor allem sich selbst erobert. Er ist der King und lebt sein Leben in vollen Zügen mit sich und flotten Sprüchen, die er seiner selbst übergezogenen Werbewelt entnimmt. Dabei nimmt Pepi Hopf - auf Lacher durchaus angewiesen- auch Kalauer in Kauf. Er bedient dieses oft geschmähte Genre gerne und gekonnt; mit souveränem Witz erledigt der Kabarettist den kurzlebigen Gag. Bei Pepi Hopf kriegen alle ihr satirisches Fett weg - vor allem der sogenannnte „metrosexuelle“ Mann a la Beckham, der zwar fast alle Tore versemmelt, aber überall, wie Pepi behauptet, bestens rasiert ist: Ein glatter Bilderbuch-Held, wie sie uns von Hopf und der Werbewelt vorgegaukelt werden. Hauptsache, die Idole erfüllen ihre Funktion. Mit einer gekonnten Pop-Zulage verabschiedet sich Pepi von seinem hingerissenen Publikum.

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